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Imkern im Verbund - Fleißig wie die Bienchen

Seit 1990 gehört auch eine Imkerei zum Hofgut.
Die Bienenhaltung ist eine passende Ergänzung zur vielseitigen Landwirtschaft, die nach den Richtlinien des Bioland-Verbandes betrieben wird, mit Streuobstwiesen an dem extensiven Standort im Spessart.
Bienen sind wichtig für die Bestäubung und damit die Grundlage unserer Ernährung. Sie sind unentbehrlich für den Erhalt und die Vielfalt unserer Kulturlandschaft.
Die Nachfrage nach dem eigenen Honig übersteigt seit Jahren das Angebot.
Die Einstellung eines Imkers zur Ausweitung der Bienenhaltung ist für den Betrieb aber leider nicht rentabel darzustellen. So entstand die Idee, interessierte Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen für die Imkerei zu interessieren und ihnen sowohl die ökologische Dimension als auch das nötige handwerkliche Know-How zu vermitteln. Bienenvölker und Ausrüstung werden vom BWMK zur Verfügung gestellt; als „süßes Entgelt“ für die Arbeit dürfen die „Neuimker“ einen Teil des Honigertrags für sich behalten.



Projekt „Fleißig wie die Bienchen - Imkern im Verbund“
Ende 2016 ist der Gedanke entstanden, interessierte Menschen in die Imkerei einzubinden und im Verbund mit interessierten Menschen die Bienenhaltung in Bezug auf die Anzahl der Völker und die regionalen Standorte auszuweiten. Es war klar, dass diese Interessierten zunächst ausführlich geschult werden müssten. Ziel sollte die Einbindung der „Neuen Imker“ in die Ausweitung der Anzahl der Bienenvölker und der Standorte sein.
Hier war die Planung, neue Standorte an bereits bestehenden Betriebsorten des BWMK im Main-Kinzig-Kreis und in Hanau zu eröffnen.

Schritte zur Umsetzung
Zunächst wurde ein „Lehrbienenstand“ in Gelnhausen Linsengericht bei „Grün & Grün“, einem zentralen Standort im Main-Kinzig-Kreis aufgebaut, wo dann auch im Weiteren die Schulungen in Theorie und Praxis stattfanden. „Grün und Grün“ ist ein Inklusionsbetrieb des BWMK, in dem Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen unter tariflichen Bedingungen im Berufsfeld Garten-und Landschaftspflege beschäftigt sind.
Das Projekt sollte „inklusiv“ sein, d. h. Menschen mit Behinderung sollten gleichberechtigt teilnehmen können.
Alle Beteiligten sollten einen Nutzen haben, das Hofgut durch die Helfer, die mit Unterstützung von Imkerpaten zunehmend selbständig zusätzliche Bienenstände betreuen. So sollte auch die Erntemenge an Honig insgesamt vergrößert werden.
Die Helfer profitieren, indem sie im Thema Ökologie und Bienenhaltung geschult werden und gemeinsam mit anderen Menschen ein Hobby entwickeln können. Dies ist ganz besonders wichtig für die beteiligten Menschen mit Behinderung, die durch dieses neue Hobby „normale“ Kontakte in der Gesellschaft entwickeln können.
Geplant ist auch, dass die Teilnehmer im Rahmen der Zusammenarbeit mit regionalen Imkervereinen dort Mitglied werden und auf diese Weise eine weitere Vernetzung in ihrer Region erleben.
Nicht zuletzt sollte jeder „angelernte“ Imker einen kleinen Teil des Honigertrags für sich nutzen können.
Auch die Bienen profitieren, indem Ihr Bestand durch „Neuimker“ gesichert wird und Menschen quer durch die Bevölkerung für das Thema Imkerei sensibilisiert und qualifiziert werden.
Es entsteht ein Bewusstsein dafür, wie wichtig es ist, dass während der gesamten Vegetationsperiode in Stadt und Land blühende Pflanzen wachsen müssen, um Bienen und anderen Insekten eine Lebensgrundlage zu ermöglichen und so dem weltweiten Insektensterben entgegenzuwirken.


Die Rahmenbedingungen für das Projekt sind folgende:
• Material, Ausstattung und Bienenvölker werden vom BWMK gestellt
• kostenfreie Schulung der Teilnehmer
• Honig- und Wachsverarbeitung wird zentral über das Hofgut erledigt (diese abwechslungsreichen Tätigkeiten können von Mitarbeitern auf dem Hofgut erledigt werden)
• Helfer haben keine Kosten und keinen Aufwand mit der Ausstattung (Räume, Transporte, Honig-Schleuder, Wachs-Schmelzer und allen diesen Dingen)
Im laufenden Jahr 2017 wurden folgende Schritte umgesetzt:
• Planung des Projektes
• es wurde inklusiv für das Projekt geworben und eingeladen (Plakate entworfen, gedruckt und verteilt)
• Infoveranstaltung am 14.02.17
• Abstimmung mit dem Referenten
• Auswahl, Anpassung und Druck der Schulungsunterlagen
• Auswahl und Anschaffung Beutensystem „Zander flach“
• Terminierung und Planung von Schulungstagen von 20.03. bis 31.08.17
• Einladen und Erfassen der Schulungsteilnehmer
• Beschaffung von Arbeitsmaterial und Schutzkleidung für Teilnehmer
• Durchführung von 10 Schulungstagen in Theorie und Praxis
• Bereitstellung der Schulvölker und deren Aufstellung mit amtl. Genehmigung
• Erstellen der Zertifikate für 23 Teilnehmer aus dem gesamten Main-Kinzig-Kreis und Hanau (12 davon Menschen mit Behinderung)
• Einteilung der Gruppen und Zuordnung zu neuen Standorten

Für die Fortentwicklung unseres Projekt sind weitere finanzielle Mittel dringend notwendig. Wir bewerben uns mit diesem nachhaltigen und gleichzeitigen sozialen Projekt um den Publikumspreis 2018 und werden das Preisgeld in den weiteren Ausbau des Projekts investieren.

Für 2018/19 stehen folgende Schritte an:
• weitere Umsetzung der Planung – neue Standorte in Betrieb nehmen: Schlüchtern, Hanau und Gelnhausen
• Gruppen mit Unterstützung von „Imkerpaten“ in die Selbständigkeit führen
• Organisation der Abläufe und Koordination der Gruppen


Stimmen:

Eine Trockenmauer beteht aus aufeinander gelegten Steinen und bietet Tieren eine Unterschlupfmöglichkeit

Trockenmauer

Viele bunte Blumen in der Wildblumenwiese geben Insekten ausreichend Nahrung

Wildblumenwiese

Portulak - eine alte Salatsorte

Portulak