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Kräuterlehrgarten

Nun ist es so, dass man sich mit dieser Ernährungsweise oft alleine und unverstanden fühlt. So stieß ich dann irgendwann auf den Vegetarierbund (nun Proveg International) und gründete zunächst die Regionalgruppe Hanau. Einmal im Monat kamen/und kommen nun zwischen 30 und 70 interessierte Menschen zu unserem Mitbringbrunch im Hause meiner Mutter in der Liesingstraße 11.
Vor vier Jahren absolvierten meine Mutter Sigrid Köhler und ich die Kräuterausbildung zur Phytotherapeutin, sodass nun auch vermehrt die heimischen Superfoods, unsere Wildkräuter, Verwendung finden.
Es ist uns ein großes Anliegen, diese wunderbaren Pflanzen ins Bewusstsein der Menschen zu bringen. Zum einen enthalten Wildkräuter ein Vielfaches an Nährwert zu herkömmlichen Kulturpflanzen. Zum anderen tragen sie zur Artenvielfalt bei und sind in unserem naturnahem Permakulturgarten, der biovegan bewirtschaftet wird, nicht mehr wegzudenken.
Über 200 Wildpflanzen wachsen in unserem Garten. Viele von ihnen sind bereits beschildert, sodass die monatlichen Gäste beim Schlendern durch den Garten sehr viel dazulernen können.
Inzwischen hat sich durch diese Vielfalt auch wieder eine viel größere Artenvielfalt hinsichtlich Insekten, Vögeln, Amphibien und Reptilien eingestellt.
Es ist wunderschön zu beobachten, wie der Garten anfängt, sich darüber selbst zu regulieren.
Nach den regelmäßig hier stattfindenden Kräuterwanderungen in das Naturschutzgebiet werde ich vielfach gefragt, ob ich nicht gegen Bezahlung 😊 Brennnesselstauden, Löwenzahnpflanzen und Giersch abgeben könnte.
Das freut mich immer sehr, zeigt es doch, dass über vermehrte Aufklärung hier ein Bewusstsein für einen nachhaltigeren Umgang mit unseren heimischen Pflanzen geschaffen werden kann.
Unsere Veranstaltungen sollen Lust auf positive Veränderung machen. Hier zählt jeder kleine Schritt – ob das jetzt das eine pflanzliche Essen pro Woche ist, der Anbau einer Brennnessel im Balkonkübel oder das sich Einbringen in der Regionalgruppe.
Ich freue mich sehr, dass die Impulse inzwischen auch über die Grenzen von Hanau hinaus ankommen. Gäste aus dem ganzen Rhein-Maingebiet finden inzwischen zu unserem Brunch.
Wichtig ist uns, dass das Ganze ohne erhobenen Zeigefinger passiert und einfach neugierig macht. Es ist einfach viel leichter, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, wenn das auch noch Spaß macht!
Es ist wunderbar, dass unser Brunchverteiler inzwischen auf über 300 Menschen angewachsen ist. Kooperationspartner für den Brunch ist die Organisation Proveg International (https://proveg.com), die deutschlandweit und inzwischen auch international – mit Melanie
und Sebastian Joy - hervorragende Arbeit leistet.
All diese vielfältigen Aufgaben erfüllen alle Helfer und uns sehr.
Seit neuestem bieten wir dem breiten Hanauer Publikum Filmeabende (bislang: What the health und Forks over Knives, More than honey) hier im Hause an. Hierzu ist jeder herzlich willkommen.
Natürlich versuchen wir auch darüber hinaus nachhaltig zu leben. So beziehen wir Ökostrom, benutzen überwiegend aufgearbeitete Möbel, versuchen Plastik zu minimieren, benutzen Stoff- statt Papierhandtücher, bauen in kleinem Rahmen Gemüse und Obst an und ernten natürlich ganzjährig unsere Kräuter.
Beim Einkauf achten wir darauf, überwiegend saisonal, regional und biologisch einzukaufen.
Im Eingangsbereich erwartet die Gäste ein großes Inforegal zu verschiedensten nachhaltigen Themen und Kräuterinfokarten.
In der Vergangenheit gab es in unseren Räumen Vorträge zum Thema
• Foodsharingvortrag mit Talisa Schmidt und Michael Preis
• Lesungen mit John Kraft über die Arbeit im Tierrefugium Hanau
• Führung im Wald mit Förster Volker Arend im Rahmen des Veggiemitbringbrunchs
• zweimalige Lesung der pflanzenbasierten Kochbücher von und mit der bekannten Schauspielerin Marion Kracht
• monatliche Spaziergänge mit den Besuchern des Brunchs ins das Naturschutzgebiet Schiffslache,
• Unterstützung des Tierrefugiums Hanau mit Sach- und Geldspenden
• Al Gore-Vortrag zum Thema Nachhaltigkeit von Student Hendrik Röhr
• Filmabende zu nachhaltigen Themen
• Und natürlich die regulären, monatlichen Mitbringbrunches seit 2012

Inzwischen waren bekannte Sportler, wie etwa der deutsche Strongman-Meister (stärkster Mann Deutschlands 2011), Patrik Baboumian, und der Extremsportler und Ultraman Rich Roll, hier bei uns zu Gast.
Die Liesingstraße 11 in Hanau-Großauheim ist inzwischen ein öffentliches Haus, dassviele Menschen anzieht.
Es gibt Lesungen, Vorträge, Events und Seminare zu nachhaltigerem Leben.
Ende März wird Susanne Heine ihr Buch „Peaceful gardening“ vorstellen. Hierzu werden wir die Presse informieren und darüber ein breites Hanauer Publikum ansprechen. Es geht uns darum, die Artenvielfalt in den privaten Gärten wieder zu beleben. Weg von den in unseren Augen toten Steinegärten, hin zu Gärten mit einer großen Artenvielfalt in jeder Hinsicht.
Es gibt unter den Brunchteilnehmern viele Menschen, die sich in irgendeiner Weise ehrenamtlich betätigen und so die Welt zu einem besseren Ort machen. U.a. gibt es auch sehr viele, die in der Flüchtlingshilfe aktiv sind. Daher haben wir öfters auch Flüchtlinge bei unserem Brunch dabei, was uns sehr freut.
Geplant ist für dieses Jahr das Stück „Die Asylmonologe“ der Bühne für Menschenrechte (www.buehne-fuer-menschenrechte.de) hier in der Liesingstraße und vielleicht auch noch an einem anderen, passenden Ort in Hanau aufzuführen.

Für dieses Jahr haben wir uns vorgenommen, den Garten noch weiter zu einem Lehrgarten und Insektenparadies auszugestalten.

Hierfür ist in Planung:

• Anlage einer Wildrosenhecke
• Anlage eines Duftrasens mit Stauden wie Quendel, niedrige Kamille etc.
• Erneuerung der Kräuterspirale im Vorgarten der Liesingstr.11
• Ausbau des Kräuterlehrpfads
• Befestigung von weiteren Nisthilfen

• Weitere Bepflanzung von insektenfreundlichen Blumen und Kräutern
• Bau einer Trockenmauer als Nisthilfe für Wildbienen
• Anlage eines großen Insektenhotels

• Anlage eines Eidechsenbereichs

Geplant ist die Umsetzung der einzelnen Gartenprojekte mit folgenden Kooperationspartnern:

• Revierförster Volker Arend (Insektenhotel) zusammen mit Kindern des Waldkindergartens
• NABU-Naturführer Georg Spielberger (Nisthilfe Wildbienen, Duftrasen, Nistkästen) zusammen mit Grundschulkindern der Limesschule
• Prof. Dr. Gunther Köhler (Senckenbergmuseum Frankfurt, Uni Frankfurt) für die Eidechsenzone, Trockenmauer, Kräuterspirale – gemeinsam mit Schülern
• Heidrun Quintino, Sigrid Köhler (Phytotherapeutinnen) für die Anlage der Wildrosenhecke, Beschilderung Kräuter/Permakultur

Geplant ist die Umsetzung in der ersten Jahreshälfte 2018.
Finanzieller Bedarf besteht

• hier sowohl für den weiteren Ausbau des naturnahen Gartens als auch, um
• das Stück „Die Asylmonologe“ hier in den Räumen der Liesingstraße 11 einem breiteren Publikum vorzuführen.

Bei allen Veranstaltungen besteht für das Publikum immer die Möglichkeit, den Natur- und Kräutergarten zu besichtigen.


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